BY:Kreisverband München/Kreisparteitag 2012.1/Antragsfabrik/Positionspapier: Semesterticket

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Pictogram voting wait blue.svg Dies ist ein eingereichter/eingereichtes Positionspapier für den BY:Kreisverband_München/Kreisparteitag_2012.1 von , Frl.smilla.

Bitte diskutiere den Antrag, und bekunde Deine Unterstützung oder Ablehnung auf dieser Seite. Der Antragstext darf nicht mehr verändert werden! Eine Übersicht aller Anträge findest Du in der BY:Kreisverband_München/Kreisparteitag_2012.1/Antragsfabrik.

Positionspapier Antrag Nr.
S002
Beantragt von
, Frl.smilla
Titel 
Unterstützung der Einführung eines Semestertickets
Antrag

Die Piratenpartei begrüßt die erneuten Bemühungen zur Einführung eines Semestertickets für die Münchner Studenten. Die Stadt München wird allerdings aufgefordert:

  • keine Modelle zu unterstützen, die die in der Stadt wohnenden Studenten systematisch benachteiligt. Insbesondere der verpflichtende Sockelbetrag ist so niedrig wie möglich anzusetzen.
  • nur ein Modell mit einer entfernungsabhängigen Komponente zu unterstützen, z. B. durch Beibehaltung der Ringe oder Unterscheidung nach Innen- und Außenraum beim Semesterticket
  • bei den möglichen Einnahmeausfällen des MVV durch das Semesterticket auch die anderen MVV-Gesellschafter zu beteiligen
Begründung

In den meisten deutschen Universitätsstädten gibt es ein Semesterticket; in München dagegen scheiterte das vorgeschlagene Modell des Semestertickets am negativen Votum der Urabstimmung an der LMU 2009. Das jetzt in 2012 diskutierte Modell unterscheidet sich vom Abgelehnten nur geringfügig. Es ist ein für alle verpflichtender Sockelbetrag von 59 Euro vorgesehen, der zur Nutzung des Gesamtnetzes nur zu Nebenzeiten berechtigt. Für eine Nutzung auch zur Hauptzeit ist ein Aufpreis von 141 Euro fällig, auch hier wieder ohne Unterscheidung zwischen Innen- und Außenraum. Dieses Modell benachteiligt insbesondere Studenten, die den MVV gar nicht nutzen, aber den Sockelbetrag trotzdem bezahlen müssen, und Studenten, die in den Ringen 1 und 2 wohnen und für den bisher günstigeren Fahrpreis höhere Mieten in Kauf nehmen. Auswärtige können sich durch das Modell dagegen erheblich besserstellen, dazu ein Rechenbeispiel: Student X aus Thalkirchen nutzt bisher den MVV während der Vorlesungszeit nach dem Ausbildungstarif 2 zu Kosten von 138,80 Euro. Durch das Semesterticket muss er künftig 61,20 Euro mehr bezahlen. Student Y aus Tutzing nutzt bisher den MVV während der Vorlesungszeit und der vorlesungsfreien Monate zur Fahrt nach München zu Kosten von 661,20 Euro. Durch das Semesterticket spart er sich 461,20 Euro. Eine entfernungsabhängige Komponente, wie sie sich im gesamten Angebot des MVV wiederfindet, sollte auch beim Semesterticket selbstverständlich sein.

Sollten dem MVV durch die Einführung des Semestertickets Einnahmeausfälle entstehen, dürfen diese nicht ausschließlich bei der Stadt München „hängenbleiben“ (wie derzeit diskutiert), sondern müssen von allen Gesellschaftern nach dem Verursacherprinzip getragen werden.






Unterstützung / Ablehnung

Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen

  1. Frl.smilla
  2. Manfred Plechaty
  3. Veit Tameish

Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen

  1. Gesch - Die Durchsetzung dieses Positionspapiers würde die aktuell geplante Einführung des Semestertickets in München komplett stoppen. Von der Einführung würden die aller meisten Studenten extrem profitieren. Begründung siehe unten.
  2. fagri - Sehe es wie Gesch. Rechnungen sind imho sehr tendenziös.
  3. Holger
  4. JustThomas Gesch hat vollkommen recht. Es wird im Herbst eine demokratische Urabstimmung unter den Münchner Studenten geben. Wenn ihr das aktuell diskutierte Modell verhindern wollt, dann geht zur Abstimmung und mobilisiert eure Kommilitonen.
  5. Philipp
  6. ...

Diskussion

Bitte hier das für und wider eintragen.

  • Bitte ergänzen, für welche Zeiträume die oben aufgeführten Kosten jeweils gelten (Monat, Semster, Jahr?) Thx! ValiDOM
    • 59€ Sockelbetrag + 141€ Aufpreis pro Semester.
Rechenbeispiel 1: Student, der 4/6 Monatstickets kauft und nur 2 Ringe braucht. (Abgesehen davon reichen 4 Monatstickets/Semester nicht)
Rechenbeispiel 2: Student, der 6/6 Monatstickets kauft und 12 Ringe braucht fagri


  • Hintergrundinfos:
    Das aktuelle Model besteht aus dem Sockelbetrag 59 € pro Semester und 141 € Aufpreis für das Gesamtesemester. Für alle die es nicht genau wissen. Jeweils das MVV-Gesamtnetzt. Der Sockelbetrag muss von jedem Stutenden bezahlt werden und umfasst Fahrten ab 18:00 bis 06:00 Uhr. Ganztags Samstag, Sonntag, Feiertag. Mit dem Aufpreis ist uneingeschränkte Nutzung möglich. [1] [2] Hört sich zunächst verwirrend an, aber macht durchaus Sinn. Der Sockelbetrag deckt die gelegentliche Nutzung ab und ist eben nicht für den Weg zu Uni gedacht, ermöglich es aber Abends und an Wochenenden etwas zu unternehmen (Im Gesamtnetz!!!). Das kostet mich nur 10€ im Monat! Das sind Tagestickets im Innenraum oder zwei Einzelfahrten München XXL. Für den Aufpreis von 141€, also 200€ Gesamtkosten darf ich im Gesamtnetz 6 Monate fahren ich ich lustig bin. Dieses Ticket ist auch für die Studenten gedacht die täglich die U-Bahn auf dem Weg zur Uni nutzen. Es gibt nicht nur Studenten die direkt neben der LMU in München wohnen! Viele müssen zwischen mehreren Standorten pendeln um ihre Nebenfächer oder Spezialisierungen abzudecken! Viele müssen bis nach Freising zur Technischen Universität Weihenstephan!
    Konkret zur Begründung im Positionspapier:
    1) So niedrig wie möglich ist der Betrag eigentlich schon. Um hier noch mehr rauszuholen müsste der Freistaat oder die Stadt Geld mitbringen.
    2) Zur Entfernungskomponente: Wie soll das einfach und unbürokratisch umgesetzt werden? Dann sind wir eigentlich genau beim dem was wir jetzt schon haben. Jeder Student muss gesondert bearbeitet werden und überprüft werden. Stimmt sein Wohnort? Welche Ringe braucht er? Bürokratie kostet Geld! Das ist doch immer unserer Argument beim ÖPNV!!!
    3) Andere MVV-Gesellschafter[3] sollen auch etwas bezahlen: Streiten wir in der Partei jetzt auch schon über Kosten für Bildung und welcher Teil vom Staat konkret für die Bezahlung zuständig ist? Das der MVV auch Gewinn machen möchte hat nichts mit dem Semesterticket zu tun.
    Unter dem Strich:
    Dieses Positionspapier bedeutet in meinen Augen, das wir die Einführung des Semestertickets in der jetzigen Form verhindern wollen! Wenn die Stadt München das Modell nicht finanziell absichert, stirbt das Projekt. Die Pläne zur Abstimmung müssten gestoppt werden und wir sind wieder ganz am Anfang im Punkt Semesterticket.
    Punkt 1&2 fordern genau das!!! Der Titel dieses Antrags ist mehr als irreführend!Gesch
  • Entfernungskomponente + Flexibilität ist status quo. Mit der Folge, dass durch Individualität und Verwaltungskosten der Preis steigt. Wenn wir das wollen, brauchen wir kein Semesterticket, das per naturam auf einem Gemeinschaftsbeitrag beruht. Genau so eine Gemeinschaftsabgabe ist das, was wir beim fahrscheinlosen ÖPNV explizit haben wollen. Der Antrag konterkariert imho das Anliegen eines Semestertickets. "Das wird die letzte Chance auf die Einführung eines Semesterticket in München für lange Zeit bleiben." (Zitat: Mitglied AK Semesterticket)fagri
    • Der Antrag ist zugegeben vom BA 19, Thalkirchen, was im Ring 1/2 liegt. Der BA vertritt also Studenten aus diesem Stadtteil, die von einer Neuregelung benachteiligt wären
    • worauf gründest du deine Vermutung, der MVV hätte Einnhameausfälle? auf jeden Fall zahlt in Zukunft
      • wer in der Nähe wohnt und die Uni zu Fuß/mit dem Rad erreichen kann
      • wer im Sommer aus Kostengründen bisher auf den MVV verzichtet hat und radelt
      • wer das Ticket eigentlich für weniger als 5 Monate/Semester braucht
        • leider fehlen Zahlen, wie die Studenten den MVV bisher nutzen. Es hat längst nicht jeder ein Ticket für jeden Monat. Der Sockelbetrag ist fast ein halbes normales Ticket, dafür bekommt man nicht mal die vollen Nebenzeiten.
    • Als Solidarpreis soll nach diesem Modell allein der Sockel gelten. Faktisch ist das aber anders. Ich sehe nicht ein, dass ich für Studenten, die günstig außen wohnen, zusätzlich drauf zahlen soll. Es ist nicht aufwändiger als jetzt. Niemand kontrolliert heute, ob ein Student, der ein 4-Ringe Ticket möchte, im Außenraum wohnt oder arbeitet. Wer also künftig ein volles Ticket kauft(also das + zum Sockel, das wie ich verstehe sowieso zugekauft werden muss) kann also weiter einfach sagen, für welchen Bereich.
  • Worin besteht die systematische Benachteiligung? (Gimli)
    • siehe oben. Der Sockel soll Solidarbetrag sein, den Studenten zahlen, die nahe genug wohnen, um auf MVV zu verzichten o.ä. anderweitig sollten nahe wohnende Studenten nicht benachteiligt werden, und das wäre mit dem Modell oben der Fall
  • Der Sockel ist als Solidarbeitrag gedacht. Richtig. Schlagen wir doch dieses Fremdwort einmal im Duden nach: Solidarbeitrag->So­li­dar­ge­mein­schaft->Solidarismus
    • Ich fahre auch jeden Tag mit dem Fahrrad zur Uni. Sicher ich wohne in Garching und profitiere extrem von dem Sockelbetrag. Das 59€ Ticket biete mir extrem viele Möglichkeiten. Aber die bietet es auch allen anderen Studenten. Jeder Student können Abends die Angebote vom Hochschulsport nutzen. Du kannst am Wochenende einen Ausflug zum Starnberger See machen, wenn du zum Flughafen musst und immer wenn du in München weggehen willst Abends und am Wochenende. Theater, Disco, Demos, Sport, Essen oder einfach nur im englischen Garten spazieren gehen.
    • Das Ticket entspricht, wie schon mehrmals erwähnt, eigentlich dem fahrscheinlosen ÖPNV. Bei der geschäftlichen Struktur vom MVV in München sehe ich keine Möglichkeit für ein besseres Angebot auszuhandeln. Sicher, wünschenswert wäre ein kostenloses Semesterticket, aber dann müsste der Staat könnte die Kosten komplett übernehmen. Wenn das Ticket erst einmal eingeführt ist kann man sich darüber Unterhalten, wo Gelder für eine Preissenkung aufgetrieben werden können.
    • Und noch was anderes. Ich halte es für extrem wahrscheinlich, dass es diesmal zu eine positiven Abstimmung kommt. Das würde dann heißen, dass der KV-München ein Positionspapier gegen das unbürokratische solidarische Semesterticket hat und für eine Lösung mit mehr Verwaltungsaufwand ist. Gesch
  • Liebe LMU-Piraten, bitte rechnet nochmal nach: Ein halbes Jahr hat 26 Wochen, d.h. 26 Freitagsstammtische der Münchner Piraten. Wenn ihr nur die Hälfte dieser Stammtische besucht, benötigt ihr für die Anfahrt i.d.R. je 2 Streifen für Hin- und Rückfahrt, also 13*2*2 = 52 Streifen. Das kostet euch 62,40€ und damit 3,40€ mehr als das Semesterticket, mit dem ihr Freitag Abend auch zum Stammtisch fahren könnt. Allein damit lohnt sich der Sockelbeitrag für euch schon. Und dann wollt ihr mir ja wohl kaum erzählen, dass ihr sonst am Abend oder am Wochenende nie euer Haus verlasst und MVV fahrt, oder? -- JustThomas 21:22, 15. Jul. 2012 (CEST)
  • Genau das möchte ich behaupten. Während meines Studiums an der LMU (1994-1999) habe ich max. 2 Streifenkarten verbraucht. Derzeit ist ein Zweitstudium in Planung. Ich würde, wenn ich jetzt schon für das Zweitstudium immatrikuliert wäre, gegen den Antrag stimmen, da mich allein der Sockelbetrag pro Semester schon mehr kosten würde als alle Streifenkarten, die ich in den letzten 10 Jahren gekauft habe und während meines Zweitstudiums wohl kaufen würde. Eine Verpflichtung zum Semesterticket würde vor allem die Studenten belasten, die - möglicherweise aus Kostengründen - ohnehin den MVV nicht regelmäßig benutzen und statt dessen Fahrrad fahren etc. Acomys