Die Wahrnehmung der Kriminalität

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Die Wahrnehmung der Kriminalität

Medienkriminalitätswellen werden von den Rezipienten bereitwillig angenommen, weil eigene diffuse Ängste und persönliche Befürchtungen scheinbar konkretisiert werden, die auf zum Teil negative soziale, wirtschaftliche sowie politische Erfahrungen beruhen. Diese tatsächlichen Probleme werden gesellschaftlich jedoch verdrängt indem Politik und Massenmeiden es versäumen diese negativen Probleme in angemessener Weise öffentlich aufzuarbeiten. Stattdessen werden diese Probleme auf soziale Minderheiten gerichtet und stellvertretend abreagiert. Hinzu kommt der Effekt einer Distanzreaktion. Je weiter die Kriminalität aus dem persönlichen Erfahrungsbereich der Rezipienten wegrückt, umso schwerwiegender und bedrohlicher wird sie empfunden. Aus der Fernperspektive halten die Rezipienten Mord, Vergewaltigung, Raub und Körperverletzung für die bedeutsamsten und verbreitetsten Verbrechen obwohl diese nach der Kriminalstatistik eine untergeordnete Rolle spielen. Kriminalität mit der man sich konkret im eigenen realen Lebensbereich auseinandersetzen muss wird dagegen als weniger bedrohlich und weniger sensationell empfunden als das ungewohnte und sensationelle Verbrechen in der Ferne über das man nur aus Sensationsberichten der Medien erfährt.