BY:Landkreis München/Antragsfabrik/Einführung der integrierten Gesamtschule in Bayern

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Pictogram voting wait blue.svg Dies ist ein eingereichter/eingereichtes Positionspapier für den BY:Landkreis_München von Thomas Mayer.

Bitte diskutiere den Antrag, und bekunde Deine Unterstützung oder Ablehnung auf dieser Seite. Der Antragstext darf nicht mehr verändert werden! Eine Übersicht aller Anträge findest Du in der BY:Landkreis_München/Antragsfabrik.

Positionspapier Antrag Nr.
(offen)
Beantragt von
Thomas Mayer
Titel 
Der Kreisverband München-Land fordert die Einführung der integrierten Gesamtschule in Bayern
Antrag

Anders als in Gymnasien, Real- oder Hauptschulen werden Schüler - unabhängig von ihren Leistungen - gemeinsam unterrichtet. Für viele Eltern ist die Gesamtschule daher eine Alternative zum klassischen zwei- bzw. dreigliedrigen Schulsystem.

Ca. 98500 Schülerinnen und Schüler haben im Schuljahr 2010/11 innerhalb der Sekundarstufe I die Schulform gewechselt. Auf je einen Aufsteiger in eine anspruchshöhere Schulform kommen so viele Absteiger in eine anspruchsniedrigere Schulform:

Baden-Württemberg 1:1,5 Bayern 1:0,9 Berlin 1:6,9 Brandenburg 1:2,5 Bremen 1:2,4 Hamburg *keine statistische Angabe Hessen 1:8,7 Mecklenburg-Vorpommern 1:1,8 Niedersachsen 1:10,3 Nordrhein-Westfalen 1:5,6 Rheinland Pfalz *keine statistische Angabe Saarland 1:4,6 Sachsen 1:4,7 Sachsen-Anhalt 1:3,6 Schleswig-Holstein 1:3,9 Thüringen 1:3,2

In Bayern wechselten im Schuljahr 2010/11 mehr als 31300 Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse die Schulform und hat damit einen Anteil von 4,3% gegenüber dme bundesweiten Schnitt von 2,2%. Bayern ist damit das einzige Bundesland, in dem mehr Kinder den Aufstieg in Realschule oder Gymnasium schafften, als eine höhere Schule wieder verlassen mussten. 13000 Kinder wurden von Gymnasium oder Realschule nach unten befördert, 14500 von Mittel- oder Realschule nach oben.

Diese von der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Studie verfälscht die Realität!!

In Bayern ist es so, dass nur die Hälfte der Kinder die Grundschule mit einer Gymnasialempfehlung verlässt und davon nur 40% der Schüler von ihren Eltern auf ein Gymnasium angemeldet werden. Fast jeder zweite Schulaufsteiger in Bayern wechselt erst nach der fünften Klasse einer Haupt- oder Realschule auf eine höhere Schule - wiederholt dort aber die fünfte Klasse.

Lässt man die Besonderheit in der fünften Klasse ausser Acht, übersteigt die Zahl der Schulabsteiger in Bayern die der Aufsteiger bei weitem: In den Jahrgängen sieben bis neun werden doppelt so viele Schüler nach unten befördert wie nach oben!

Begründung

Schüler an integrierten Gesamtschulen haben den Vorteil, erst spät festlegen zu müssen, welche Laufbahn sie einschlagen und welchen Schulabschluss sie anstreben. Das heisst, dass die sehr schwierige Entscheidung für den schulischen Werdegang nicht direkt nach der Grundschulzeit gefällt werden muss. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder nämlich oft noch nicht so weit gereift, dass ihre Fähigkeiten und Begabungen richtig eingeschätzt werden können.

Entsprechend ihrer individuellen Leistungen haben Gesamtschüler die Möglichkeit, einen Haupt- oder Realschulabschluss bzw. das Abitur zu machen. Schlechte Leistungen in einzelnen Fächern können durch gute Leistungen in anderen Fächern ausgeglichen werden, so dass ein guter Schulabschluss auch mit einer Teilleistungsschwäche möglich ist.

Vom Unterricht in einer heterogenen Lerngruppe, die an Gesamtschulen zumindest in den ersten Jahren gegeben ist, können sowohl die leistungsstarken als auch die leistungsschwachen Schüler profitieren. Durch gegenseitige Hilfestellungen steigt nachweislich sowohl das Gemeinschaftsgefühl als auch das individuelle Selbstwertgefühl.

In der integrierten Gesamtschule lernen alle Schüler einer Jahrgangsstufe gemeinsam. Auch in der Gesamtschule absolvieren die Schüler die Klassen 5 bis 10. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen und die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben oder aber auch an eine berufliche Schule zu wechseln.

Der Unterricht an der Gesamtschule umfasst alle Fächer, die an den anderen 3 Schulformen auch gelehrt werden. So gibt es beispielsweise wie auch an den Hauptschulen das Fach Arbeitslehre mit seinen Inhaltsbereichen Wirtschaft, Technik und Hauswirtschaftslehre. Auch auf der Gesamtschule haben die Schüler ab der 6. Klasse die Möglichkeit Einfluss auf ihren Stundenplan zu nehmen, in dem sie beispielsweise eine zweite Fremdsprache, das bereits erwähnte Fach Arbeitslehre oder auch eine zusätzliche Naturwissenschaft wählen. Ab Klasse 8 kann dann noch einmal eine Fremdsprache hinzugefügt werden.

Das Besondere an den Gesamtschulen sind die sogenannten Fachleistungs- und Ergänzungskurse. Die Fachleistungskurse sollen auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler eingehen, die mit Zustimmung der Eltern bestimmten Arbeitsgruppen zugeteilt und so besonders gefördert werden. Ab Klasse 7 werden hier die Fächer Englisch und Mathematik angeboten, später kommen Deutsch, Chemie und Physik hinzu. Die sogenannten Ergänzungsstunden werden vor allem in Klasse 10 der Gesamtschule angeboten und sollen den Wechsel in eine gymnasiale Oberstufe erleichtern.

Gesamtschulen bieten den Vorteil, wenn es um Chancengleichheit von Kindern unterschiedlicher sozialen Schichten geht. Die Entscheidung der Grundschulen, welches Kind für welchen Schulzweig geeignet ist, wird oft in Abhängigkeit vom sozialen Millieu, sowie dem Bildungsstand der Eltern getroffen. Auf Gesamtschulen haben auch Kinder aus bildungsferneren Schichten, die eine Empfehlung für die Hauptschule haben, Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss.

Ein weiterer klarer Vorteil von Gesamtschulen ist die Ganztagsbetreuung. Bis zum Nachmittag erhalten die Schüler Unterricht, können an Freizeitprogrammen teilnehmen und zu Mittag essen. Vor allem berufstätigen Eltern ist diese Organisation eine Entlastung.

Es entsteht ein besonderer didaktischer Bedarf an Gesamtschulen. Wenn Schüler unabhängig von ihrem Leistungsniveau zusammen lernen, wächst zugleich auch der Bedarf an pädagogischen und didaktischen Kompetenzen der Lehrkräfte. Die Schüler bedürfen je nach Leistungsniveau individuelle Betreuung.

Befürworter dieses Antrages erhoffen sich dabei nicht nur Vorteile für die Verringerung des enormen Leistungsdrucks, der bereits auf den Grundschülern lastet, sondern auch für deren Eltern und die Gesellschaft.

Eine Gesamtschule verringert die soziale Selektivität mit dem Ziel, dass Schüler gemeinsam von- und miteinander lernen und sich die Gesellschaftsgruppen nicht bereits in der Schule fremd werden. Schüler sollen unabhängig von ihrem sozialen background und Leistungsstand zusammen lernen, egal ob sie aus einer Akademiker- oder Arbeiterfamilie stammen, leistungsstark sind oder Lernschwächen aufweisen. Zukünftige Chancengleichheit für alle und kein frühkindlicher Entscheidungszwang.






Unterstützung / Ablehnung

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Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen

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Piraten, die sich vrstl. enthalten

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